In uns Allen wohnt die Sehnsucht nach innerem Ankommen in einer Heimat, die wir verlassen aber nicht vergessen haben. Die Hinbewegung zu dieser Heimat ist ein mächtiger Trieb in uns. Lange unbewusst und vielleicht auch lange verdrängt, verwechselt, nicht gehört. Wir leben in unseren Geleisen - wo ist unserer Sehnsucht Rand? Wo in uns ist die Stimme, die uns aufruft, das Abenteuer zu wagen, in den Raum hinaus zu gehen, über die Grenzen zu schauen.

"Lass Dir alles geschehen, Schönheit und Schrecken.
Man muss nur gehen, kein Gefühl ist das fernste",

Haben wir den Mut zum Risiko? Handlungen zu setzen, die unseren Rahmen sprengen, den wir uns selbst konstruiert haben und der uns zu einem geistigen Gefängnis zu werden droht?

Es geht nicht darum, Gutes und Stimmiges in unserem Leben hinter uns zu lassen, sondern uns von Altem, Belastenden, Überholten zu trennen. Neue Wege zu finden, die unserer inneren Entwicklung entsprechen.

"Gib mir die Hand...."

Wenn wir unsere Grenzen erweitern und im Sinne unseres inneren Weges Neues, scheinbar Unmögliches zulassen, dann streckt sich uns eine Hand entgegen. - Wie wir sie nennen, spielt keine Rolle. Ist es das Universum, Gott, das Leben oder unser eigenes Selbst, das uns die Hand bietet? Wir ergreifen diese Hand und lassen uns von ihr mitnehmen.

"Nah ist das Land, das sie das Leben nennen".

Für jeden von uns ist es ein anderes Land aber immer ist es das Land unseres eigenen Lebens, unseres weiten, kostbaren Lebens, in das hinein wir uns öffnen. Es kommt uns mit ausgebreiteten Armen entgegen, wenn wir uns alles geschehen lassen, Schönheit und Schrecken. Kein Gefühl ist das fernste.

Schließlich merken wir, dass wir die Heimat in uns tragen, Weg und Ziel sind Eins geworden.

 

Gott spricht zu jedem nur, eh er ihn macht,

dann geht er schweigend mit ihm aus der Nacht.

Aber die Worte, eh jeder beginnt,

diese wolkigen Worte sind:

 

Von Deinen Sinnen hinausgesandt,

geh bis an Deiner Sehnsucht Rand;

gieb mir Gewand.

 

Hinter den Dingen wachse als Brand,

dass ihre Schatten, ausgespannt,

immer mich ganz bedecken.

 

Lass Dir alles geschehn: Schönheit und Schrecken.

Man muss nur gehn: kein Gefühl ist das fernste.

Lass Dich von mir nicht trennen.

Nah ist das Land,

das sie das Leben nennen.

 

Du wirst es erkennen

An seinem Ernste.

 

Gib mir die Hand.

 

Rainer Maria Rilke
aus dem Buch vom mönchischem Leben

 

Die Teilnehmer des Seminars sind gebeten, als Vorbereitung dieses Gedicht immer wieder zu lesen, bis Sie wissen, in welchen Worten, in welchen Zeilen Sie sich wiederfinden.

Mit Hilfe der Systemischen Aufstellungsarbeit werden wir Ihre Worte oder Zeilen im Raum zur Sprache bringen und - eingebettet in die Worte von Rilke - Ihre persönliche Geschichte beleuchten. Dieser Geschichte, die in der Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft liegen kann, in Ihrem Bewusstsein einen befreiten Platz zu geben, ist das Ziel.

Wir beginnen den Tag mit Feldenkrais-Übungen, um uns für die Aufstellungsarbeit zu öffnen.

 

Kursleitung:
Aufstellungsarbeit
Christl Lieben
Psychotherapie – Supervision - Coaching

Feldenkrais
Sascha Krausneker
Feldenkraislehrer - Tänzer

Anmeldung: "Geh bis an Deiner Sehnsucht Rand – gib mir die Hand"

* Pflichtfelder

Termin:
18. bis 21. Oktober 2018

Beginn und Ende:
Donnerstag, 16 Uhr mit open end
Freitag, Samstag beginnen wir um 10 Uhr
lange Mittagspause, abends open end
Sonntag 9.30 bis ca. 13 Uhr

Kosten:
Für Teilnehmer € 450.-
Für hospitierende Kollegen:
€ 300.-

Ort:
Ein Bauernhaus im Salzkammergut, nahe Mondsee
Irrseeblick 4
4893 Zell am Moos

Unterkünfte und Anreisebeschreibung nach Anmeldung.

 

Bei Absage eine Woche vor dem Seminartermin sind Sie gebeten, entweder den vollen Kursbeitrag zu zahlen oder einen Ersatzteilnehmer zu nennen.